Grundschule

DSCN9138Seit 1996 unterstützt das Schloss Hagerhof in Bad Honnef das Dorf Kienfangue in Burkina Faso, Westafrika.
Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit ist die Dorfschule mit 6 Klassen und ca. 450 Schülern im Alter von 6-12 Jahren. Dort leben und unterrichten 6 Lehrerinnen und Lehrer die Kinder in den Fächern Französisch, Lesen, Schreiben, Rechnen und Sport.

Nur ein kleiner Bruchteil der SchülerInnen besteht nach 6 Jahren Unterricht die staatliche Abschlussprüfung, die zum Besuch einer weiterführenden Schule in der Hauptstadt berechtigt.Wir unterstützen die Schule vor allem durch die Bereitstellung des jährlichen Schulgeldes, Finanzierung von didaktischen Material, wie Schulbüchern, Landkarten, Kreiden und anderen wichtigen Materialien.

Weiterhin unterstützen wir die Elektrifizierung der Grundschule, da es in Burkina schon sehr früh dunkel wird und so eine Nutzung der Gebäude für andere Zwecke auch Abends möglich ist, doch leider mussten wir feststellen, dass die von der deutschen Organisation SEWA vor 4 Jahren installierte Solaranlage auf dem Dach der Schule, die für die Beleuchtung der Klassenzimmer ausgelegt war, nicht mehr funktionierte. Die beiden Batterien waren verschwunden und das Ladegerät defekt.

Ebenfalls fehlten Glühbirnen. Nach vielen Rückfragen im Dorf und bei den deutschen Zivildienstleistenden von SEWA kam heraus, dass die Lehrer Handys und einen Fernseher an der Anlage angeschlossen und damit zerstört hatten. Die Batterien hatten sie mit nach Hause genommen und auch dort versucht, Fernseher anzuschliessen. Dies bedeutet, dass die Reparatur der Solaranlage von den Lehrern selbst finanziert werden muss.Sie müssen noch im Januar einen Finanzierungsplan bei Frau Poyga vorlegen. (Anregungen der AG: Vermietung von Räumen am Wochenende und kleine Gebühr für Wasserentnahme am Schulbrunnen). Erst wenn die Hälfte des Schadens bezahlt ist, wird sich die AG wieder an der Finanzierung beteiligen. Solche Fälle lassen sich im Dorf nur schwerlich völlig vermeiden. Wichtig ist die regelmässige Supervision und Kontrolle.

Hier wird deutlich, wie wichtig es ist, dass auch Delegationen die Partnerschaftsprojekte regelmässig besuchen. Betrug kann so eingeschränkt werden, Gelder können zurückgefordert und Projekte abgebrochen werden. Dies halte ich auch Kritikern entgegen, die behaupten, man solle besser die Reisekosten sparen und das gesamte Geld nach Burkina schicken. Dieser Standpunkt ist völlig naiv. Das Geld würde sofort in vielen Taschen verschwinden und käme erst gar nicht bei den Kindern an. Ausserdem setzten wir uns für die Wasserversorgung der Grundschule durch einen Brunnen finanziell ein. Für die Grundschüler werden durch die Ag Entwicklungspolitik eine tägliche warme Mahlzeit bereitgestellt.Wir übernehmen 25 CFA pro Tag und Schüler, das sind etwa 4 Cent am Tag. Die Eltern tun noch etwas dazu und übernehmen die Zubereitung.

Das soll dann für eine Mahlzeit reichen. Zum Schuljahresende wird eine Evaluation durchgeführt und gemeinsam entschieden, ob die Mahlzeit im kommenden Schuljahr weiter gesichert werden soll. Eine kostenlose gesundheitliche Versorgung, durch die Gesundheitsstation wird von uns für alle Grundschüler finanziert. Für die Klassenräume wurden 20 neue Schulbänke angeschafft, die Dächer für die Regenzeit abgedichtet und ein neuer Innenanstrich durchgeführt. Prüfungsgebühren und Prüfungsvorbereitungskosten werden für alle Prüflinge am Ende des sechsten Schuljahres übernommen. Die Arbeit mit der Grundschule stellte sich in der Vergangenheit als relativ schwierig heraus, da es nach wie vor eine staatliche Schule ist und so auch die Probleme staatlicher Schule, wie vor allem die Lehrerflucht in die Stadt und das damit verbundene Ausfallen von wichtigen Unterrichtsstunden nicht vermeidbar ist.

Trotzdem sehen wir die Grundschule und die Bildung der Kinder als den wichtigsten Teil der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Nur durch eine Grundausbildung in Lesen, Schreiben, Rechnen und der Amtssprache Französisch haben die Kinder später die Chance aus dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Abschliessend wollen wir mit ein wenig Stolz darauf hinweisen, dass das Mädchen- Jungenverhältnis der Schülerzahl nahezu ausgeglichen ist. Das ist in einem so armen Land wie Burkina Faso, wo meist nur den Jungen eine Ausbildung ermöglicht wird eine große Seltenheit.

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Die AG Entwicklungspolitik ist eine AG am Schloss Hagerhof, einem Gymnasium mit Realschulzweig und Internat. Sie hat rund 20 Mitglieder und ihre Ziele sind – wie man auch unter Ziele nachlesen kann – Schülern ein verantwortliches Wissen und Denken nahezulegen. Jeden Montag treffen wir uns und besprechen aktuelle Projekte, Verläufe, Probleme und neue Wünsche. Die AG gibt es seit dem Jahre 2001 und wird auch seitdem von Herrn Berg, einem Lehrer am Hagerhof geleitet.
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